Vision unserer Zukunft vom Mai 1873

Vision unserer Zukunft vom Mai 1873

(Don Bosco)

Es war eine dunkle Nacht (geistige Verwirrungen), die Menschen vermochten nicht mehr zu unter-scheiden, welcher der einzuschlagende Weg sei, um an ihre Orte zurückzukehren, als am Himmel ein herrlich glänzendes Licht erschien, das die Schritte der Wanderer wie am Mittag erhellte. In jenem Augenblick wurde eine Menge Männer, Frauen, Greise, Kinder, Mönche, Nonnen und Priester mit dem Papst an der Spitze aus dem Vatikan kommen und sich in Prozession formen gesehen. Aber siehe: ein wütender Sturm. Indem jenes Licht ziemlich verdunkelt wurde, schien sich eine Schlacht zwischen dem Licht und der Finsternis zu entwickeln. Inzwischen kam man zu einem mit Toten und Verwundeten bedeckten Platz, von denen mehrere mit lauter Stimme um Stärkung baten. Die Reihen der Prozession lichteten sich sehr. Nachdem sei ein Stück weit gegangen, das zweihundert Sonnenaufgängen (=200 Tage) entspricht, gewahrte jeder, daß er (der Papst?) nicht mehr in Rom war. Verzagtheit ergriff die Seelen aller, und sie scharten sich um den Papst, um seine Person zu schützen und ihm in seinem Nöten beizustehen. In jenem Augenblick wurden zwei Engel gesehen, die ein Banner trugen und es dem Papst überreichten, wobei sie sprachen: „Empfange das Banner derjenigen, die die stärksten Heere der Erde schlägt und zerstreut. Deine Feinde sind verschwunden, deine Söhne rufen mit Tränen und Seufzern nach deiner Rückkehr.“ Richtete man dann den Blick auf das Banner, so sah man auf einer Seite geschrieben: Regina sine labe concepta (Königin ohne Sünde empfangen), und auf der anderen: Auxilium Christianorem (Hilfe der Christen) Der Papst ergriff mit Freude das Banner, aber als er die kleine Zahl derer betrachtete, die um ihn geblieben waren, wurde er sehr betrübt. Die beiden Engel sagten hierauf: „Gehe sofort deine Kinder trösten! Schreibe an deine in den verschiedensten Teilen der Welt verstreuten Brüder, daß eine Reform in den Sitten der Menschen notwendig ist. Dies läßt sich nicht anders erreichen, als indem man dem Volke das Brot des göttlichen Wortes bricht. Unterweiset die Kinder, predigt die Loslösung von den irdischen Dingen. Es ist die Zeit gekommen“, so schlossen die beiden Engel, „daß die Armen den Völkern Verkünder des Evangeliums werden. Die Leviten werden von der Hacke und Spaten und vom Hammer genommen (geistliche Berufe vom Arbeiter- und Bauernstande), damit sich die Worte Davids erfüllen: Gott hat den Armen von der erde erhöht, um ihn auf den Thron der Fürsten seines Volkes zu setzen.“ Nachdem der Papst dies gehört, machte er sich auf, und die Reihen der Prozession begannen sich zu verstärken. Als er dann die Heilige Stadt betrat, begann er zu weinen über die Verzagtheit, in der sich die Bürger befanden, deren viele nicht mehr waren. Nachdem er wieder in Sankt Peter eingetreten, stimmte er das Te Deum an, worauf Chor von Engeln singend antworteten: „Gloria in excelsis Deo et in terra pax hominibus bonae voluntatis.“ Als der Gesang beendet war, hörte die Dunkelheit ganz auf, und es zeigte sich eine herrlich glänzende Sonne (eine neue gerechte Ordnung nach dem Dritten Weltgeschehen). Die Städte, die Orte, das Land war an Bevölkerung verringert; die Erde war zerstampft wie von einem Gewitter, von einem Wolkenbruch und von Hagel, und die Leute gingen einander entgegen und sagten ergriffenen Gemütes: „Das ist der Gott Israel.“ Vom Beginn des Exils (des Papstes) bis zum Gesang des Te Deum erhob sich die Sonne zweihundertmahl. Die ganze Zeit, die in der Erhüllung jener Dinge verstrich, entspricht vierhundert Sonnenaufgängen.“ Quelle: Reinigung der Erde – Prophezeiungen über die Zukunft der Menschheit – Josef Stocker - Mediatrix-Verlag – A-3423 St. Andrä-Wördern bei Wien